Am frühen Morgen ist für Pucki und mich die Nacht vorbei und wir bummeln den Skihang hinauf. Erschreckend, wie hoch… und überall süße Ferienhütten.
Nach dem Frühstück fahren wir die letzten 70 Kilometer nach Bergen. Was bei uns im Rheinland in einer Stunde locker erledigt ist, dauert hier in Norwegen dezente 2 Stunden. Der Vorteil ist, daß die Wolken sich auflösten und blauer Himmel mit Sonnenschein versüßte uns die Einfahrt nach Bergen. Die Stadt, in der die Kinder angeblich mit Gummistiefeln geboren werden, empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein. Einen offiziellen Wohnmobilstellplatz haben wir nicht gefunden, die Busparkplätze liegen weit außerhalb des Zentrums… und mal eben so parken ist nicht so einfach. Also kurven wir erstmal am Fischmarkt vorbei, kratzen an einer Fußgängerzone, streifen den Kreuzfahrerhafen und finden hinter dem Aquarium am Hafen genügend Platz für unsere Busse. Der Fjordliner steht im Schatten, damit es den beiden Wachhunden nicht warm wird, Pucki erkundet Bergen mit uns. Am Hafenbecken entdecken Tanja und ich ein Mini- Taxiboot, das zwischen dem Fischmarkt und Aquarium pendelt. Für 180 Kronen machen wir eine so eine kleine Bootsfahrt und können die wunderschöne bekannteste Bergen- Ansicht genießen. Bergen ist wirklich so schön, wie man im Fernsehen immer sieht. Die Holzhäuser sind soweit alle renoviert, richtig schöne Souvenierläden sind darin. Kein Chinaramsch, sondern wirklich nur Dinge, die in Norwegen hergestellt wurden. Der Yachthafen ist direkt vor der Türe, bei unserem Glück war auch noch Wochenmarkt. Wäre die Umgebung nicht so nördlich, dann konnte man sich direkt am Mittelmeer fühlen. Wir werden auf jeden Fall diese quirlige Stadt nochmal besuchen, denn viel Zeit haben wir uns nicht gegönnt. Unsere Parktickets liefen nach 3 Stunden ab und es wirklich sehr heiß. Die Bergbahn haben wir auch nicht testen können, da die Schlangen davor extrem lange Wartezeiten verhießen. Also haben wir uns entschlossen mit dem Fährboot wieder zurück zu fahren und nach dem Womoplatz in Bergen zu suchen. Weder per Karte, noch per Navi haben wir ihn gefunden und sind leider so doof gefahren, daß wir auf der Hauptausfallstraße wieder aus Bergen raus kamen. Extrem ärgerlich und schade, aber jetzt nochmal zurück…. Nö, wir kommen ja wieder, also weiter geht’s.







Wieder gute 40km den gleichen Weg zurück und dann weiter gen Flam auf der E 16 an Seen und Fjorden entlang. Einen Schlafplatz für die Nacht finden wir direkt an einem Wildbach. Romantisch schön gelegener Rastplatz, mit Raufm für Womos, PKW mit Zelt, Wohnwagen, mit Klöchen, mit große Mülltonnen, mit Grillplatz. Alles da, um ein gemütlichen Abend und eine ruhige Nacht zu verbringen.



Die berühmte kleine Bahnstrecke möchten wir sehen, den Bahnhof, vor dem Kreuzfahrtschiffe anlegen, eine wirklich surreale Vorstellung. Und ja, wieder blauer Himmel und Sonnenschein. Als wir auf dem großen Parkplatz ankommen finden wir noch Platz in der ersten Reihe am Fjord, mit Blick auf die “Saga Peal” und den Bahnhof. Wirklich irre, ein riesiges Schiff liegt vor dem Bahnhof und sehr hohen Bergen. Wir entern Flam und das ganze Örtchen ist miniklein. Ein Supermarkt, Hotel, Restaurant, Bahnhof, Touristeninfo, diverse Touranbieter, ein süßes kostenfreies Museum, viele Souveniershops, einfach Tourismus pur. Aber dennoch mit Charme. Leider sind durch das Kreuzfahrtschiff alle Bahntickets ausverkauft und so besuchen Ralf und ich das kleine Museum, was die Entstehungsgeschichte der Bahn beschreibt.












Tanja, Uwe und Benni haben eine Bustour zu dem Aussichtspunkt des Laerdalfjords entdeckt. Nur kurz Beratschlagen, wenn schon keine Flam- Bahnfahrt, dann doch wenigstens spektakuläre Aussichten. Gesagt, getan und kurz drauf sitzen wir in einem Kleinbus und schrauben uns das Sträßchen hinauf. Es dürfen wohl nur Fahrzeuge bis 6m dort hinauf. Aber das hab ich nicht so genau verstanden. Aber logisch ist es, da das Sträßchen a) extrem schmal und b) sehr steil ist. Gegenverkehr ist heikel. Der Aussichtspunkt ist spektakulär. Ganz klein unten sieht man die doch recht große Fähre als Mini- Spielzeugboot im Fjord fahren.



Zurück in Flam beschließen wir den Laerdaltunnel noch zu fahren. Der längste Tunnel der Welt, 25km lang, beeindruckend, farblich angelegt, mit 3 großen Domen, die nicht nur blau ausgeleuchtet sind, sondern auch den großen Lkw und Bussen Raum für Pannen oder gar zum Wenden geben. Und es geht die ganze Zeit Bergauf.


Auf dem Weg dorthin suchen wir uns einen schönen Platz zum Übernachten… doch, wie immer, wenn man sucht, findet man nichts schönes. Also geht es weiter, eine Fähre über den Sogndalsfjord nach Kaupanger.



Kein schönes Plätzchen, in Sicht, weiter der E5 folgend, durch Berg und Tal, an wunderschönen Fjorden und Seen entlang. Unser Spaßfaktor sinkt und nach einer abenteuerlichen Fahrt auf mini- Sträßchen erinnert sich Uwe an einen Campingplatz vor Skei, direkt am Fjord mit Wohlfühlgarantie. Also in Skei flugs gedreht, zurück zum Kjosnes- Camping. Dort haben wir direkt in der Sonne zwei schöne Plätze bekommen. Blick auf den Fjord und Feierabend. Das Leben ist schön- Und wieder brauchen wir keinen Strom, da die Viktron ihren Dienst verrichtet und die Batterien immer wieder 100% haben und wir keine Chance haben, sie unter 80% zu bekommen. Wir heizen den Grill an, genießen das Leben und ich freue mich, daß nach dem Essen noch Kohle zum wärmen da ist. So ohne Sonne ist es doch recht frisch.



Hier wäre auch der ein oder andere schöne Chefplatz. Häuschen am Fjord, mit eigener Zufahrt, mit Anleger und Steg vor der Tür.
Nach frischen Brötchen und leckerem Frühstück machen wir uns weiter auf den Weg gen Norden.
Uwe, Tanja und Benni lotsen uns zum Gletscher Bjöstadbreen. Hier kann man mit dem Bus wirklich bis unterhalb des Gletschers fahren. Es erwartet uns ein schönes Cafe´ mit richtig schönem Touristshop. Auf Postkarten kann man sehen, wie weit der Gletscher in den letzten 20 Jahren geschrumpft ist. Ich denke, wir sind in der glücklichen Lage, den Gletscher noch so beeindruckend zu sehen, ob das in den nächsten 5 Jahren noch so ist, wage ich zu bezweifeln… ein tolles Erlebnis. Das wir zu der frühen Uhrzeit nur mit 2 freilaufenden Kühen und einem Reisebus teilen. Und in dem Gelände verläuft sich das sehr schnell.



Weiter geht es gen Norden, beim Skigebiet Svoda auf 600m Höhe machen wir ein Mittagspäuschen. Ich tobe mit Pucki wieder einmal durch die Torflandschaft und bestaune die vielen Blümchen, Beeren und Miniseen, die direkt unter scheinbar trittfestem Moos liegen. Nasse Füße und ein müder Hund später geht es weiter über Ministräßchen den Nordjöra- Fjord und Faliedfjord entlang nach Stryn wieder ins Gebirge.





Tunnel und atemberaubende Aussichten begleiten uns. Je höher wir kommen, desto schmaler werden die Pass- Strassen, dunkler und schmaler die Tunnel. Leider wird auch das Wetter schlechter. Wind, dicke Wolken, kalt und richtig ungemütlich ist es. Am Fußes des Dalsnibba machen wir Stop und stöbern durch das Tourist- Shop- Angebot. Uwe hatte eine Eingebung und wir fuhren die Mautstraße hoch auf den Gipfel. Straße ist eine absolute Übertreibung. Schotterpiste trifft es besser. 5km wilde Serpentinen, zum Glück ganz wenig Gegenverkehr und je höher wir kommen, desto sonniger wird es. Schnell sind wir über den Wolken, strahlend blauer Himmel, warme Sonne empfangen uns oben auf dem Gipfelplateau. Hier finden wir die 2 letzten Parkplätze und sind angekommen. Unsere Busse sind bei den ganzen Kreuzfahrt- Touristen, die hier mit Bussen hochgekarrt werden, der absolute Renner. Sicher sind Meise und Fjordliner auf vielen Urlaubsbildern zu sehen. Gerade die älteren Herren haben viel Spaß.












Die Stimmung ist kaum zu beschreiben. Im Prinzip wie im Flieger über den Wolken, nur ohne Flugzeug. Dort oben kann man sich wieder ganz klein und bescheiden fühlen, in Anblick der großartigen, beeindruckenden Natur. Unglaublicher Weise bekamen wir mit unseren 2 Bussen eine Sondergenehmigung, um dort oben auf dem Gipfel zu übernachten. Also umparken, Stühle und Tisch raus, ein gutes Weinchen, der berühmte Fjordliner- Blumenkasten auf die Brüstung und das ist der absolute Chefplatz…
Gerade als Uwe den Grill anwerfen möchte hören wir ein bekanntes Bus- Motorengeräusch und laufen alle hinter die Busse, um den Ankömmling zu sehen und können kaum unseren Augen glauben. Ein rot- weißer O302 kommt den Berg raufgeschnauft. Ein wunderschlnes Auto, wie direkt aus dem Laden. Schnell kommen wir ins Gespräch. Jolanda und Mathe´ sind seit ca. 3 Wochen auf Tour und kommen aus der Gegend, in die wir wollen. Schnell steht der frisch restaurierte Bus neben unseren beiden und wir verbringen einen richtig lustigen Abend. Besonders der Sonnenuntergang, bzw. nicht richtiger Sonnenuntergang ist äußerst beeindruckend. Fast Mitternachtssonne. Wenn es bei den beiden paßt, dann kommen sie auch zum SAT nach Wietzendorf.



Auf 1.500m Höhe schlafen wir, obwohl es Nachts sehr kalt wird, wie in Abrahams Schoß. Am Sonntag, den 31.7.11 sind wir schon um 9 Uhr abfahrtbereit, lassen die Motoren einigermaßen warmlaufen und fahren vorsichtig die Serpentinen wieder runter. Richtig Glück gehabt, denn wir sind vor dem Reisebus- Auflauf das schmale Sträßchen runter. Rechts entlang folgen wir dem Sträßchen in Richtung Geiranger, direkt runter an den Fjord. Zurück durch die Wolkendecke, Serpentinen runter und schwups sind wird da. Der Campingplatz direkt am Fjord mit Sicht auf die vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiffe.



Gestern hat es laut Campingplatz- Cheffin schwer geregnet, sodaß viele Womos gefahren sind. Wir schweren Fahrzeuge bekommen einen Platz in der 1. Reihe zugewiesen. Perfekt. Wieder ein absoluter Chefplatz. Hier bleiben wir 2 Nächte und machen einen Tag Urlaub vom Urlaub. Die ganzen Eindrücke müssen auch einmal verdaut und sortiert werden, sowie mal Seele baumeln lassen tut auch gut. Das Örtchen Geiranger besteht im Prinzip aus Museum, Hotels, Touristenshops, Café und Campingplatz. Ich kann mir vorstellen, daß es Richtung Herbst/Winter hier in dem schmalen Fjord sehr ungemütlich werden kann. Aber wir haben Glück und es regnet nicht, es gibt jeden Tag neue Kreuzahrtschiffe zu bestaunen und wir haben, gemeinsam mit den Fjordliners viel Spaß. Das Leben ist einfach schön!!









